Zum Inhalt springen
Ratgeber · Vermögen & Firmenliquidität30. August 2026
Wenn Kapital für Sie arbeitet – statt nur zu liegen

Ob privat oder in der GmbH: Wer Kapital nur verwahrt statt es arbeiten zu lassen, lässt Möglichkeiten liegen. Zwei Beispiele, vier Risikoprofile, die steuerliche Einordnung – und ein Rechenbeispiel.

Frau S., Ende 60, ist kürzlich in den Ruhestand gegangen. Nach dem Verkauf der Immobilie ihrer verstorbenen Eltern liegt ein sechsstelliger Betrag auf ihrem Konto. Ihr Ziel ist nicht, das Geld noch einmal zu vermehren, sondern einen verlässlichen monatlichen Zufluss zu schaffen, ohne die Substanz aufzugeben. Eine vermietete Immobilie kommt für sie nicht infrage – zu viel Aufwand, zu wenig Flexibilität. Im Gespräch entsteht stattdessen eine andere Idee: ein breit gestreutes Fondskonzept mit planbarer Ausschüttung, das ihr Kapital weiterarbeiten lässt, während monatlich ein fester Betrag zur Verfügung steht. (Hinweis: Der geschilderte Fall ist ein typischer, frei konstruierter Beispielfall aus unserer Beratungspraxis.)

Das gleiche Muster auf der Unternehmensseite

Bei einem Geschäftsführer einer mittelständischen GmbH zeigt sich im Beratungsgespräch ein ähnliches Bild – nur auf der Unternehmensseite. Liquide Mittel, die weit über die betriebsnotwendige Reserve hinausgehen, liegen unstrukturiert auf dem Geschäftskonto. Statt das Kapital ungenutzt zu lassen oder riskant zu binden, wird ein Teil in einen strukturierten Ausschüttungsbaustein überführt – mit dem Ziel, aus vorhandener Liquidität einen zusätzlichen, planbaren Cashflow für das Unternehmen zu erzeugen, ohne die Handlungsfähigkeit einzuschränken. (Auch dieser Fall ist ein typischer, frei konstruierter Beispielfall aus unserer Beratungspraxis.)

Für wen arbeitet Ihr Geld gerade?

Auf deutschen Giro- und Tagesgeldkonten liegen aktuell schätzungsweise fast zwei Billionen Euro – ein Großteil davon kaum oder gar nicht verzinst. Im Schnitt erhalten Sparer auf ihr Girokonto derzeit rund 0,48 % Zinsen im Jahr, während der Einlagenzins der EZB bei 2,25 % liegt (Stand August 2026). Diese Differenz verschwindet nicht – sie verschiebt sich nur zur Bank. Auch vermeintlich attraktive Tagesgeld- oder Festgeldaktionen mit 3 bis 4 % lösen das Problem selten dauerhaft: Die Topzinsen gelten meist nur für Neukunden, oft nur für wenige Monate befristet, und sind wegen der EU-weit harmonisierten Einlagensicherung faktisch auf rund 100.000 € pro Bank gedeckelt. Wer diese Zinsen dauerhaft mitnehmen will, muss regelmäßig neue Konten eröffnen und Geld zwischen Banken hin- und herschieben – ein Verwaltungsaufwand, der bei größeren Summen kaum praktikabel ist. Banken locken mit solchen Aktionen bewusst kurzfristige Einlagen an, refinanzieren sich damit günstig und reichen die Differenz zum Marktzins nicht an den Kunden weiter – das Geld arbeitet, nur eben für die Bank. Kapital, das stattdessen strukturiert und längerfristig angelegt wird, verzichtet auf dieses ständige Zinshopping und kann einen regelmäßigen, planbaren Ertrag erzeugen, ohne die Substanz zwingend anzutasten. Wir nennen den unstrukturiert liegenden Teil in unserer Beratung gerne 'Sleeping Capital': Geld, dessen Aufgabe nie bewusst definiert wurde, obwohl es strategische Wirkung entfalten könnte.

Vier Risikoprofile – für jeden etwas dabei

Plan12 von Allianz Global Investors basiert u. a. auf der Allianz Dynamic Multi Asset Strategy SRI (DMAS), die vier Risikoprofile mit unterschiedlicher Aktienquote bietet: DMAS 15 – vergleichbar mit einem Portfolio aus 85 % Anleihen und 15 % Aktien, eher sicherheitsorientiert. DMAS 30 – vergleichbar mit 70 % Anleihen und 30 % Aktien. DMAS 50 – vergleichbar mit 50 % Anleihen und 50 % Aktien, ausgewogen. DMAS 75 – vergleichbar mit 25 % Anleihen und 75 % Aktien, wachstumsorientiert; die Aktienquote kann hier über Derivate zeitweise auf bis zu 125 % angehoben werden. Welches Profil passt, hängt von Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf und persönlicher Risikotragfähigkeit ab – nicht von einer pauschalen Empfehlung.

Was vom Ertrag beim Anleger ankommt

Für Investmentfonds gilt die Teilfreistellung nach dem Investmentsteuergesetz (InvStG) – ein Teil der Erträge bleibt steuerfrei, gestaffelt nach der Aktienquote des Fonds. DMAS 15 und DMAS 30 liegen mit ihrer Aktienquote unter der 51-%-Schwelle und gelten steuerlich als Mischfonds: 15 % der Erträge sind für Privatanleger steuerfrei, 30 % für natürliche Personen im Betriebsvermögen und 40 % für Kapitalgesellschaften wie eine GmbH. DMAS 50 und DMAS 75 überschreiten die 51-%-Schwelle und gelten als Aktienfonds: Hier liegt die Teilfreistellung bei 30 % für Privatanleger, 60 % für natürliche Personen im Betriebsvermögen und 80 % für Kapitalgesellschaften. Das gewählte Risikoprofil hat also nicht nur Auswirkungen auf Ertragschance und Schwankungsbreite, sondern auch auf die steuerliche Behandlung. Ob eine Investition privat oder über die Gesellschaft sinnvoller ist, klären wir im persönlichen Gespräch – dazu zählt auch der Vergleich mit dem in unserem Beitrag zu 500.000 € Liquidität in der GmbH beschriebenen Weg über Ausschüttung oder Verbleib in der Gesellschaft.

Warum wir zuerst strukturieren, dann investieren

Wir starten deshalb nie mit einem Produkt. Zuerst wird Ihre Liquidität – privat oder betrieblich – nach Aufgaben getrennt: operativ, Reserve, strategisch frei. Erst der tatsächlich freie Teil wird überhaupt für eine andere Struktur geprüft, dann folgt die Wahl des passenden Risikoprofils – inklusive der steuerlichen Auswirkung. Das ist der Unterschied zwischen einem Verkaufsgespräch und einer unternehmerischen bzw. persönlichen Entscheidung.

Fazit

Frau S. und der Geschäftsführer aus unserem zweiten Beispiel haben am Ende nicht dieselbe Lösung gewählt – aber denselben ersten Schritt gemacht: Kapital, das bislang nur verwahrt wurde, bekam eine klar definierte Aufgabe und ein passendes, steuerlich eingeordnetes Risikoprofil. Wie das Rechenbeispiel oben zeigt, kann allein diese Strukturierung den Unterschied zwischen rund 28 bis 29 € und rund 400 bis 470 € monatlich ausmachen – bei gleichem eingesetztem Kapital. Genau das ist oft der wertvollere Anfang, bevor überhaupt über ein konkretes Produkt gesprochen wird.

Ein Rechenbeispiel: 100.000 € im Vergleich

Wie stark sich Struktur und Steuerlast auf den monatlichen Ertrag auswirken, zeigt eine vereinfachte Modellrechnung: 100.000 € auf dem Girokonto (0,48 % p. a.) gegenüber 100.000 € in Plan12 (angenommene 6 % p. a., DMAS 75) – jeweils privat und in der GmbH, jeweils nach Steuern.

Privat
Girokonto
0,48 % p. a. Zinsen
29 € / Monat
353 € im Jahr
nach Abgeltungsteuer
Plan12
6 % p. a. (DMAS 75)
408 € / Monat
4.892 € im Jahr
nach Teilfreistellung (30 %) & Abgeltungsteuer
GmbH
Girokonto
0,48 % p. a. Zinsen
28 € / Monat
337 € im Jahr
nach Körperschaft- & Gewerbesteuer
Plan12
6 % p. a. (DMAS 75)
470 € / Monat
5.642 € im Jahr
nach Teilfreistellung (80 %), verbleibt in der Gesellschaft

Vereinfachte Modellrechnung, keine Prognose. Details und Annahmen siehe Quellenhinweis am Ende des Artikels.

Auf den Punkt

Ob privat oder als GmbH, ob sicherheits- oder wachstumsorientiert: Mit unserem Liquiditätsrechner sehen Sie, wie viel zusätzlicher Cashflow durch eine strukturierte Anlage im Vergleich zu klassischem Tagesgeld möglich wäre. Ergänzend stehen unser Executive Briefing für Geschäftsführer und der Capital-Sonderdruck zu Plan12 als Download zur Verfügung.

Marketing-Hinweis: Investieren birgt Risiken. Ausschüttungshöhen sind kein Renditeindikator und keine Garantie für zukünftige Erträge. Das Rechenbeispiel ist eine vereinfachte Modellrechnung: 6 % p. a. sind eine beispielhafte Annahme, keine Prognose; berücksichtigt sind weder Sparerpauschbetrag noch Kirchensteuer, Vorabpauschale, Ausgabeaufschlag oder laufende Kosten; der Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 % ist beispielhaft und variiert je nach Gemeinde. Angaben zu Girokonto- und EZB-Zinsen sowie Einlagevolumina Stand August 2026 (u. a. Deutsche Bundesbank, Marktvergleiche); Zinssätze können sich kurzfristig ändern. Angaben zu Risikoprofilen (DMAS 15/30/50/75) und deren Aktienquoten gemäß Allianz Global Investors, Stand 2025/2026. Teilfreistellungssätze gemäß Investmentsteuergesetz (InvStG), Stand 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung; bitte stimmen Sie Ihre persönliche oder unternehmerische Situation mit Ihrem Steuerberater ab. Nähere Informationen zu Plan12 bei Ihrer Allianz.

Wie viel Ihres Kapitals arbeitet gerade wirklich für Sie?

Laden Sie unser Executive Briefing für Geschäftsführer und den Capital-Sonderdruck zu Plan12 herunter – oder rechnen Sie direkt mit unserem Liquiditätsrechner nach, welcher zusätzliche Cashflow möglich wäre.